7 Tage Segeltörn um Elba auf der MORGANA

written by Lisa 23. September 2016
Blick auf Mann und Frau an Bord einer Segelyacht bei Sonnenuntergang

Ihr wisst ja schon bescheid, letzte Woche war ich segeln. Um die wunderschöne italienische Insel Elba. Erste Eindrücke habt ihr auf Instagram und in einem Post am Dienstag gesehen, aber da ein Segelurlaub nicht unbedingt ein typischer Urlaub ist, möchte ich euch hier ein bisschen etwas darüber erzählen, was einen bei einem Segeltörn erwartet.

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Wie hast du den Segeltörn organisiert?

Da ich niemanden kenne, der ein Segelboot hat und mir auch kein Skipper bekannt ist, den ich hätte anheuern können, haben wir den Urlaub über Join the Crew gebucht. Bei der Organisation kann man sich als Einzelperson, Paar oder auch als geschlossene Gruppe auf Segelyachten anmelden. Normalerweise befinden sich immer 8 Personen plus der Skipper an Bord jedes Boots – man wählt also auf deren Webseite die Segelregion und das Datum aus und wir dann dem entsprechenden Boot zugeteilt. Letztes Jahr, wo wir in Griechenland mit Join the Crew gesegelt sind, waren wir beispielsweise zu viert und haben dann vor Ort die 4 „Fremden“ Mitsegler und den Skipper des Boots kennengelernt. Natürlich ist es organisatorisch und oft auch menschlich einfacher, wenn sich alle untereinander kennen, denn auf dem kleinen Boot entkommt man einander nicht. Und so haben wir es dieses Jahr gemacht, als geschlossene Gruppe von 8 Personen haben wir uns angemeldet. Join the Crew stellt neben dem Boot auch den Skipper, der in erster Linie das Segeln übernimmt.
Das Konzept von Join the Crew beruht allerdings darauf, dass man tatsächlich, wie der Name bereits sagt, Teil der Crew ist. Das heißt, alle Beteiligten sind für das Boot und den Segeltörn verantwortlich, helfen mit, setzen Segel, lichten Anker, kochen Abendessen, spülen ab. Es ist ein Aktivurlaub, bei dem man die Chance hat, selbst zu segeln. Natürlich kommt der Spaß nicht zu kurz: man schwingt sich à la Tarzan vom Mast ins offene Meer, wird an Seilen hinter dem fahrenden Boot hergezogen und trinkt Abends im Sonnenuntergang einen Aperol Spritz – typisches #boatlife eben.

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Was kostet ein Segeltörn?

Das ist natürlich immer ein wichtiger Punkt – und ein Segelurlaub ist kein Schnäppchen-Urlaub. Die reinen Kosten für die Bootmiete und den Skipper belaufen sich bei Join the Crew in Europa um die 500€/Woche und Person. Zusätzlich zahlt jedes Crewmitglied etwa 200€ in eine Bordkasse ein, aus der der Initialeinkauf vor dem Segeln, Anlegegebühren in Häfen, Benzin für das Boot, Essen gehen, Brot und frische Lebensmittel unterwegs und Landaktivitäten bezahlt werden. Dazu kommen dann eure Anreisekosten. Wir sind von München aus mit 7 Personen im Minivan nach Elba gefahren, letztes Jahr sind wir mit dem Flugzeug zum Segeln nach Griechenland angereist.

Ca. 500 € Bootsmiete + Skipper
+ Ca. 200 € Bordkasse (wovon Anlegegebühren, Treibstoff, Restaurantbesuche usw. gezahlt werden)
+ Ca. 150 € Anreise
_______________________________
= Ca. 850 € pro Woche und Person

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Wie ist es mit der Hygiene an Bord?

Ein Boot ist kein Hotel – das muss man sich vorher einfach klar machen. Die Kajüten sind klein und beengt, packt daher eure Sachen in Reisetaschen und nicht in Hartschalenkoffer, da diese nirgends verstaut werden können. Toiletten gibt es an Bord, diese sind allerdings in den meisten Fällen mit Handpumpen versehen und das Klopapier darf nicht in die Toilette geschmissen werden, sondern wird in einer Mülltüte gesammelt. Es gibt eine Außendusche an Bord, wo man sich nach dem Baden mit Süßwasser abduschen und auch kurz die Haare waschen kann – auf ein großes Pflegeprogramm sollte man allerdings (auch der Natur zuliebe) verzichten.
Das mag für Manche auf den ersten Blick nicht besonders reizvoll erscheinen, aber man gewöhnt sich an alles. Vor meinem ersten Segelurlaub in Griechenland letztes Jahr wusste ich nicht, was mich erwartet, aber dafür konnte mich dieses Mal darauf einstellen. Außerdem ist man eh den ganzen Tag im Bikini und im Meer – da ist die ausgedehnte Dusche gar nicht notwendig.

Wer kümmert sich um’s Essen?

Na die Crew! In wechselnden Kochteams wird für die gesamte Mannschaft gekocht – und es ist jedes Mal wieder überraschend, wie viele phänomenale Gericht unter den Umständen gezaubert werden. Spannend finde ich, dass man so neue, köstliche Gerichte kennenlernt, weil meist die gekocht werden, die bei den einzelnen Personen daheim Standard und vielfach approved sind.
Eingekauft wird am Tag vor dem Segeltörn – 4 Stunden, 6 Einkaufswägen und 600€ später hat man die Grundausstattung beisammen. Sehr hilfreich sind dabei die Einkaufslisten vom Organisator, die einem die Größenordnungen der Lebensmittel für 9 Personen und 7 Tage aufzeigen. 150l Wasser, 70l Bier, 5kg Nudeln… wenn man sich vorher kurz abstimmt, können so auch auf Unverträglichkeiten und besondere Essenwünsche Rücksicht genommen werden.

Wo warst du genau?

Bestiegen haben wir das Boot in Punta Ala. Das ist das andere Ende der Bucht, an deren Nordende Piombino liegt (kennen einige von euch bestimmt als den Punkt, wo man mit der Autofähre nach Elba, Sardinien und Korsika übersetzt). Nach der ersten Nacht auf der Morgana im Hafen ging es zur ersten Übernachtung in die Stella-Bucht. Von dort aus sind wir über andere Buchten nach Porto Azzurro, Portoferraio und wieder nach Punta Ala gesegelt.

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Was macht man den ganzen Tag?

So ziemlich folgendes:
An Deck lesen :: sonnen :: Segeln setzen :: schlafen :: gut und viel essen :: schwimmen :: sich hinter dem Boot herziehen lassen :: Sonnenuntergänge bestaunen :: Anker setzen :: sich von Bord ins Meer schwingen :: nach Delfinen Ausschau halten :: Geschirr in der Sonne abspülen :: Wein trinken :: Aperol Spritz trinken :: exzessiv UNO spielen :: sich vom Blau des Meeres verzaubern lassen :: in einsamen Buchten übernachten :: Spritztouren an Land für einen guten Cappuccino :: an Deck schlafen :: eincremen.

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